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lundi 9 mars 2009

Kritik an «schleichendem Kurswechsel» bei HEKS

 sKritik an «schleichendem Kurswechsel» bei HEKS

Decorvets Wahl sorgt für Diskussionen
Decorvets Wahl sorgt beim HEKS für Diskussionen. Bild: Keystone

BERN. Die Wahl des Nestlé-Schweiz-Chefs Roland Decorvet in den HEKS-Stiftungsrat sorgt weiter für Zündstoff: Ein sechsköpfiges Komitee aus der Basis des Hilfswerks fordert eine Debatte über die künftige Ausrichtung des HEKS.

Es sei nämlich nicht so, dass erst mit der Wahl Decorvets ein Kurswechsel beim Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) eingesetzt hätte, sagte Jürg Liechti-Möri, Gründungsmitglied des «Komitee für ein politisch engagiertes und prophetisches HEKS» vor den Medien in Bern.

Die Wahl sei vielmehr ein Symptom eines schleichenden Kurswechsels, der leider schon sehr weit fortgeschritten sei. Um dem entgegenzuwirken, sei das Komitee gegründet worden.

Eine umstrittene Wahl
Um der erhofften Diskussion eine Grundlage zu geben, wurde die Studie «Ethische Aspekte einer umstrittenen Wahl» ausgearbeitet. Dieser Bericht umfasst eine Analyse der Wahl Decorvets und die damit einhergehenden Schwierigkeiten.

Es hätten verschiedene «Unvereinbarkeitsknoten» herausgearbeitet werden können, erklärte Komiteemitglied Pierre Bühler. So habe sich gezeigt, dass entgegen den Behauptungen des HEKS ein Engagement Decorvets nur als Privatperson unmöglich sei. Die Firma, in seinem Fall Nestlé, fliesse immer irgendwie ein.

Zielsetzungen unvereinbar
Weiter hätten sich klare Unvereinbarkeiten zwischen den Zielsetzungen des HEKS und jenen von Nestlé gezeigt - zum Beispiel beim Thema Trinkwasser. Die Studie gehe aber über den «Fall Decorvet» hinaus und sei als Anleitung für ähnliche Situationen gedacht.

Zudem hat das Komitee eine Petition ins Leben gerufen. Die «Petition für ein politisch engagiertes und prophetisches HEKS» sei klar für und nicht gegen das HEKS, strich Liechti-Möri hervor.

Aus http://www.tagblatt.ch/aktuell/schweiz/schweiz/Kritik-an-schleichendem-Kurswechsel-bei-HEKS;art622,1250909

lundi 23 février 2009

Entwicklungshilfe muss unabhängig bleiben

Zeit-Fragen
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Entwicklungshilfe muss unabhängig bleiben

sl. Seit Sommer 2008 sitzt Roland Decorvet, Generaldirektor von Nestlé Schweiz, im Stiftungsrat des Schweizerischen Evangelischen Hilfswerks HEKS. Diese Wahl hat landesweit breiten Protest ausgelöst, der bis heute anhält. 
Zu Recht, vertreten HEKS und Nestlé doch absolut gegensätzliche Interessen. Während Nestlé beispielsweise die Privatisierung von Wasser mit aller Kraft vorantreibt und durch seine aggressiven Geschäftspraktiken Bauern in grosse Bedrängnis bringt, setzt sich das HEKS explizit für das Recht auf Nahrung und den Zugang zu sauberem Trinkwasser ein. Während sich der Nahrungsmittelmulti in verschiedenen Ländern mit Vorwürfen konfrontiert sieht, Menschenrechte und das Arbeitsrecht mit Füssen zu treten, ermutigt das HEKS seit Jahren Arbeiter und Arbeiterinnen, Frauen- und Landarbeiterorganisationen, ihre Rechte einzufordern. 
Das Hilfswerk verliert durch diese unselige Allianz seine Unabhängigkeit und damit die Basis für eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit. 
Nationalrätin Maya Graf charakterisiert den Vorgang treffend: «Die Doppelrolle des Nestlé-Direktors geht höchstens für Nestlé selber auf. Es kann sein ethisches Image mit dem kirchlichen Partner aufwerten und Einfluss dort gewinnen, wo die hartnäckigsten Kritiker ihrer multinationalen forschen Geschäftspolitik sind. Für HEKS, das angesehene kirchliche Hilfswerk, ist diese Wahl dagegen ein Problem. Für HEKS, das gegen die Wasserprivatisierung kämpft, das lokale bäuerliche Initiativen unterstützt und sich für bessere Arbeitsbedingungen just von Nestlé-Mitarbeitenden in Kolumbien einsetzt, wird die Handlungsfreiheit eingeschränkt. Hilfswerke müssen sich immer auch politisch äussern können. Sie dürfen nicht durch wirtschaftliche Giganten abhängig werden. Gerade christliche Kirchen sollten sich immer für die Bedürfnisse der Schwächsten einsetzen. Die Starken können sich selbst helfen.»
Um die Hilfsorganisation aus dem Zangengriff des Nahrungsmittelmultis zu befreien, wurde am 29. Januar eine Petition lanciert, die den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und den HEKS-Stiftungsrat auffordert, sich für ein profiliertes HEKS einzusetzen, das die prophetische Tradition, die kirchliche Basis, das politische Engagement, die Kritik an der neoliberalen wirtschaftlichen Globalisierung und die Partnerschaft mit ähnlich orientierten Hilfswerken und NGOs in seiner Praxis ernst nimmt. Unter den über 50 Erstunterzeichnern aus der ganzen Schweiz befinden sich Theologinnen und Pfarrer wie Silvia Schroer, Denis Müller, Käthi La Roche oder Kurt Marti, prominente Politikerinnen wie die Basler Nationalrätin Maya Graf, die Genfer Ständerätin Liliane Maury Pasquier und der ehemalige Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung Jean Ziegler. •


mardi 3 février 2009

Debatte über die künftige HEKS-Ausrichtung

Im Argauer regionalportal

Die Wahl des Nestlé-Schweiz-Chefs Roland Decorvet in den HEKS-Stiftungsrat sorgt weiter für Zündstoff: Ein sechsköpfiges Komitee aus der Basis des Hilfswerks fordert eine Debatte über die künftige Ausrichtung des HEKS.
Es sei nämlich nicht so, dass erst mit der Wahl Decorvets ein Kurswechsel beim Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) eingesetzt hätte, sagte Jürg Liechti-Möri, Gründungsmitglied des «Komitee für ein politisch engagiertes und prophetisches HEKS» vor den Medien in Bern.
Die Wahl sei vielmehr ein Symptom eines schleichenden Kurswechsels, der leider schon sehr weit fortgeschritten sei. Um dem entgegenzuwirken, sei das Komitee gegründet worden.

Um der erhofften Diskussion eine Grundlage zu geben, wurde die Studie «Ethische Aspekte einer umstrittenen Wahl» ausgearbeitet. Dieser Bericht umfasst eine Analyse der Wahl Decorvets und die damit einhergehenden Schwierigkeiten.

Es hätten verschiedene «Unvereinbarkeitsknoten» herausgearbeitet werden können, erklärte Komiteemitglied Pierre Bühler. So habe sich gezeigt, dass entgegen den Behauptungen des HEKS ein Engagement Decorvets nur als Privatperson unmöglich sei. Die Firma, in seinem Fall Nestlé, fliesse immer irgendwie ein.

Weiter hätten sich klare Unvereinbarkeiten zwischen den Zielsetzungen des HEKS und jenen von Nestlé gezeigt - zum Beispiel beim Thema Trinkwasser. Die Studie gehe aber über den «Fall Decorvet» hinaus und sei als Anleitung für ähnliche Situationen gedacht.

Zudem hat das Komitee eine Petition ins Leben gerufen. Die «Pedition für ein politisch engagiertes und prophetisches HEKS» sei klar für und nicht gegen das HEKS, strich Liechti-Möri hervor. (sda)

jeudi 29 janvier 2009

HEKS: Kritik an «schleichendem Kurswechsel»

HEKS: Kritik an «schleichendem Kurswechsel»

Bern - Die Wahl des Nestlé-Schweiz-Chefs Roland Decorvet in den HEKS-Stiftungsrat sorgt weiter für Zündstoff: Ein sechsköpfiges Komitee aus der Basis des Hilfswerks fordert eine Debatte über die künftige Ausrichtung des HEKS. (bert/sda)
 



Keine Freude über Roland Decorvets Wahl in den Stiftungsrat.

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Es sei nämlich nicht so, dass erst mit der Wahl Decorvets ein Kurswechsel beim Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) eingesetzt hätte, sagte Jürg Liechti-Möri, Gründungsmitglied des «Komitee für ein politisch engagiertes und prophetisches HEKS» vor den Medien in Bern.

Die Wahl sei vielmehr ein Symptom eines schleichenden Kurswechsels, der leider schon sehr weit fortgeschritten sei. Um dem entgegenzuwirken, sei das Komitee gegründet worden.

Studie analysiert Wahl

Um der erhofften Diskussion eine Grundlage zu geben, wurde die Studie «Ethische Aspekte einer umstrittenen Wahl» ausgearbeitet. Dieser Bericht umfasst eine Analyse der Wahl Decorvets und die damit einhergehenden Schwierigkeiten.

Es hätten verschiedene «Unvereinbarkeitsknoten» herausgearbeitet werden können, erklärte Komiteemitglied Pierre Bühler. So habe sich gezeigt, dass entgegen den Behauptungen des HEKS ein Engagement Decorvets nur als Privatperson unmöglich sei. Die Firma, in seinem Fall Nestlé, fliesse immer irgendwie ein.

Weiter hätten sich klare Unvereinbarkeiten zwischen den Zielsetzungen des HEKS und jenen von Nestlé gezeigt - zum Beispiel beim Thema Trinkwasser. Die Studie gehe aber über den «Fall Decorvet» hinaus und sei als Anleitung für ähnliche Situationen gedacht.

Zudem hat das Komitee eine Petition ins Leben gerufen. Die «Petition für ein politisch engagiertes und prophetisches HEKS» sei klar für und nicht gegen das HEKS, strich Liechti-Möri hervor.

dimanche 21 décembre 2008

Ein eindrücklicher Besuch im Bundeshaus


Sonntagskolumne Südostschweiz, 21. Dezember 2008


 
 

Ein eindrücklicher Besuch im Bundeshaus

Franklin Frederick sitzt im Cafe im Bundeshaus und wartet geduldig auf uns ParlamentarierInnen. Der brasilianische Umweltschützer und Berater der christlichen Kirchen Brasiliens und der Schweiz zum Thema Wasser als öffentliches Gut spricht perfekt französisch und englisch, versteht gut Deutsch. Er zeigt uns ein dickes Dossier: kopierte Auszüge aus dem Spionageprotokoll, das Nestlé Schweiz dem Waadtländer Gericht aushändigen musste. Nestlé hat sich über die Firma Securitas 2003 bis 2005 in die globalisierungskritische Organisation Attac eingeschleust und auch Franklin Frederick ausspioniert. Kein Wunder, Nestlé ist der weltgrösste Abfüller von Trinkwasser und hat grosses Interesse an seinen Aktivitäten rund um den Kampf gegen die Privatisierung von Wasser in Brasilien. Nach heftiger Kritik, auch aus der Schweiz, wurde Nestlé 2006 von einem Gericht in Sao Paulo gezwungen, seine Pumpen in einem illegal erworbenen Wasserpark abzustellen. Doch Franklin Frederick, der sanfte, aber beharrliche Kämpfer für die Selbstbestimmung der lokalen Bevölkerung über ihre natürlichen Ressourcen, ist besorgt über die Entwicklung des reformierten Hilfswerkes in der Schweiz.

Und er hat Grund dazu. Just im Juni 2008, als der Stiftungsrat des Hilfswerkes der evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks) verkündete, dass der Generaldirektor von Nestlé Schweiz, Roland Decorvet neues Stiftungsratsmitglied geworden sei, machte das Westschweizer Fernsehen die Spionagetätigkeit von Nestlé öffentlich. Prominentes Opfer ist der Fachexperte von Heks in Brasilien: Franklin Frederick! Doch statt Heks ihr neues Stiftungsratsmitglied zur Rede stellt und verlangt, dass das ganze Ausmass der Spionage offengelegt wird, nimmt sie Decorvet gegen die aufkommende Kritik der Basis in Schutz. Er sei als Privatmann im Stiftungsrat und man solle doch an die christlichen Tugenden der Toleranz und Offenheit denken! Der Nestlédirektor im Kirchlichen Hilfswerk sagt denn auch in Interviews ganz klar, was er davon hält: Nestlé sei die beste Entwicklungsorganisation die es gibt, die Kritiker seien „politisch extrem links“ und überhaupt sei er allergisch auf politische Ratschläge aus kirchlichen Kreisen….

Der neue Stiftungsrat und sein Präsident haben diese Aussagen zwar in der Zwischenzeit relativiert, doch das Problem bleibt. Die Doppelrolle des Nestlédirektors geht höchstens für Nestlé selber auf. Es kann sein ethisches Image mit dem kirchlichen Partner aufwerten und Einfluss dort gewinnen, wo die hartnäckigsten Kritiker ihrer multinationalen forschen Geschäftspolitik sind. Denn was würde ich wohl als grüne Nationalrätin im Verwaltungsrat eines Autokonzerns tun? 

Für Heks, das angesehene kirchliche Hilfswerk, ist diese Wahl dagegen ein Problem. Für Heks, das gegen die Wasserprivatisierung kämpft, das lokale bäuerliche Initiativen unterstützt und sich für bessere Arbeitsbedingungen von, just, Nestlé-Mitarbeitenden in Kolumbien einsetzt, wird die Handlungsfreiheit eingeschränkt. Hilfswerke müssen sich immer auch politisch äussern können. Sie dürfen nicht durch wirtschaftliche Giganten abhängig werden. Gerade christliche Kirchen sollten sich immer für die Bedürfnisse der Schwächsten einsetzen. Die Starken können sich selbst helfen. 

Genau eine Diskussion über diese Punkte innerhalb der reformierten Kirchengemeinden wünscht sich auch Franklin Frederick. Bei seinem Besuch im Parlament erhielt er die Unterstützung von Parlamentsmitglieder für die Erklärung der Oekumenischen Kirchen Brasiliens und der Schweiz zum Wasser als Menschenrecht und als öffentliches Gut. Und noch etwas würde sich der mutige „Wasser-Aktivist“ wünschen: eine offizielle Entschuldigung von Nestlé für ihre illegalen und auch ihn persönlich verletzenden Spionagetätigkeiten.

lundi 15 décembre 2008

Dossier de Reformierten Presse

Roland Decorvet im Stiftungsrat des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz

(Dossier zuletzt aktualisiert: 12.12.2008)

Die Kontroverse um die Wahl des Generaldirektors von Nestlé Schweiz ins Aufsichtsgremium des Heks ist heftig. Unser Dossier vereint Artikel, Kommentare und Leserbriefe, die in der Reformierten Presse dazu erschienen sind.

Artikel in der "Reformierten Presse"

Kommentar

Leserbriefe

Artikel in anderen Medien

mercredi 3 décembre 2008

Kritik am HEKS

Kostbares Gut Wasser - um die Art der Verteilung streiten sich Nestlé und das Heks.
Kostbares Gut Wasser - um die Art der Verteilung streiten sich Nestlé und das Heks. (Keystone)

Die Wahl von Nestlé-Schweiz-Chef Roland Decorvet in den Stiftungsrat des Hilfswerks Heks hat für Wirbel gesorgt. Das Heks versucht zu beschwichtigen. Doch die Kritik hält an.

Vom Milchpulver-Skandal bis zur Bespitzelungs-Affäre: NGOs und Hilfswerke haben Nestlé immer wieder angeprangert. Dass nun ein Spitzenmanager des Konzerns im Stiftungsrat des Hilfswerks der evangelischen Kirchen (Heks) sitzt, sorgt für Irritationen. Viele sehen unvereinbare Interessen: Nestlé ist im Wassergeschäft tätig, das Heks setzt sich gegen die Privatisierung von Wasser ein.

Das Konfliktpotenzial zeigt sich am Fall des brasilianischen Aktivisten Franklin Frederick, der mit Unterstützung der Schweizer Kirchen gegen die Privatisierung von Wasser kämpft. Vor kurzem ist bekannt geworden, dass Frederick von der Bespitzelung der Organisation Attac durch Nestlé betroffen war.

Die Kritiker befürchten, dass sich das Heks mit Decorvet nicht mehr politisch engagieren kann - zum Beispiel für den Zugang zu Wasser. Decorvet heizte die Stimmung zusätzlich an. In einem Interview der Zeitung Reformierte Presse sagte er, Nestlé sei "die beste Entwicklungsorganisation, die es gibt". Die Kritiker bezeichnete er als "eine kleine Gruppe von Kirchenleuten, die politisch extrem links sind und viel Lärm machen".

Menschenrecht auf Wasser

Zum Thema Privatisierung von Wasser versus Menschenrecht auf Wasser sagt Nestlé-Sprecher Robin Tickle gegenüber swissinfo: "Man unterscheiden zwischen Trinkwasser, das für die Grundversorgung vorgesehen ist, und Wasser, das für die Herstellung anderer Produkte benutzt wird, etwa in der Landwirtschaft, die für 70% des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich ist."

Es gebe durchaus ein Menschenrecht auf Wasser, um die täglichen menschlichen Grundbedürfnisse zu decken. "Es gibt aber kein Menschenrecht auf Wasser, das benutzt wird, um einen Golfplatz zu bewässern oder ein Auto zu waschen." Für dieses Wasser müsse es einen Marktpreis geben, damit es nicht verschwendet werde.

"Es geht nicht um allgemeine Privatisierung oder Verstaatlichung von Wasser – 97% der welweiten Wasserversorgung ist in staatlicher Hand. Es geht darum, dass das Menschenrecht auf Wasser tatsächlich umgesetzt wird und der Rest des Wassers einen angemessenen Preis hat", sagt der Nestlé-Sprecher.

Roland Decorvet, Chef von Nestlé Schweiz.
Roland Decorvet, Chef von Nestlé Schweiz.   (Nestlé)

Kirchenvertreter fordern Rücktritt

Die Kirchenbasis reagierte empört. Am Dienstag hat sich erstmals ein kantonales Kirchenparlament - die Synode der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn - mit dem Thema beschäftigt.

Der Synodalrat (Exekutive) schlug sich klar auf die Seite der Kritiker. Decorvets Wahl in den Heks-Stiftungsrat könne zu Rollenkonflikten führen, hielt er in seiner Antwort auf eine Interpellation fest. Nestlé sei ein gewinnorientiertes Unternehmen und verfolge somit nicht dieselben Ziele wie eine Entwicklungsorganisation.

Im Zusammenhang mit Nestlé kämen immer wieder Missstände zum Vorschein. So habe Nestlé in Kolumbien gegen Arbeitsrechte verstossen und in Brasilien die örtlichen Gesetze missachtet, von der Bespitzelungs-Affäre ganz zu schweigen.

In der Debatte des Berner Kirchenparlaments, für die sich 93 Vertreter ausgesprochen hatten, dominierten ebenfalls kritische Stimmen. "Wir verlangen den Rücktritt von Herrn Decorvet aus dem Stiftungsrat", sagte Irene Meier-de Spindler.

"Es geht um die Glaubwürdigkeit des Heks", mahnte ein anderer Votant. Manche drohten unverhohlen damit, das Hilfswerk nicht mehr für Spenden zu empfehlen.

Der Brief, den das Heks in diesen Tagen an Kirchenvertreter geschickt hatte, vermochte die Kritiker nicht zu besänftigen. Dass der Heks-Stiftungsrat sich veranlasst sehe, sich von Decorvets Aussagen zu distanzieren, sei ein deutliches Indiz dafür, dass er der falsche Mann sei, gibt Pfarrer Jacob Schädelin zu bedenken.

Heks nimmt Stellung

Das Hilfswerk hatte in seinem Schreiben festgehalten, die Befürchtungen der Kritiker seien unbegründet. Entwicklungszusammenarbeit könne nur effizient und nachhaltig sein, wenn benachteiligte Menschen in ihrem Kampf für Rechte unterstützt würden: "Daran ändert sich mit dem Einsitz von Roland Decorvet im Stiftungsrat absolut nichts". Heks verweist zudem auf den NPO-Code. Diese Richtlinie für Non-Profitorganisationen verlangt unter anderem, dass ein Mitglied des Stiftungsrats in den Ausstand treten müsse, wenn eine Interessenkollision bestehe.

Decorvet bedaure, dass er die Kritiker als Linksextreme bezeichnet habe, heisst es weiter. Die Bespitzelung von Aktivisten verurteile er. Im übrigen habe der Nestlé-Manager bekräftigt, dass er sich als Privatperson bei Heks engagiere. Der Heks-Stiftungsrat halte seinerseits fest, dass er einen multinationalen Konzern nicht als Entwicklungsorganisation betrachte.

Die Kontroverse um Decorvet sorgt auch unter den Mitarbeitenden des Heks für Diskussionen. Vergangene Woche erhielten sie Gelegenheit, dem Nestlé-Chef Fragen zu stellen. Einen Spendenrückgang konnte das Heks bisher nicht feststellen, wie es auf Anfrage hiess.

swissinfo und Charlotte Walser, InfoSüd

mardi 2 décembre 2008

Kritik an HEKS - Decorvet

Kostbares Gut Wasser - um die Art der Verteilung streiten sich Nestlé und das Heks.
Kostbares Gut Wasser - um die Art der Verteilung streiten sich Nestlé und das Heks. (Keystone)

Die Wahl von Nestlé-Schweiz-Chef Roland Decorvet in den Stiftungsrat des Hilfswerks Heks hat für Wirbel gesorgt. Das Heks versucht zu beschwichtigen. Doch die Kritik hält an.

Vom Milchpulver-Skandal bis zur Bespitzelungs-Affäre: NGOs und Hilfswerke haben Nestlé immer wieder angeprangert. Dass nun ein Spitzenmanager des Konzerns im Stiftungsrat des Hilfswerks der evangelischen Kirchen (Heks) sitzt, sorgt für Irritationen. Viele sehen unvereinbare Interessen: Nestlé ist im Wassergeschäft tätig, das Heks setzt sich gegen die Privatisierung von Wasser ein.

Das Konfliktpotenzial zeigt sich am Fall des brasilianischen Aktivisten Franklin Frederick, der mit Unterstützung der Schweizer Kirchen gegen die Privatisierung von Wasser kämpft. Vor kurzem ist bekannt geworden, dass Frederick von der Bespitzelung der Organisation Attac durch Nestlé betroffen war.

Die Kritiker befürchten, dass sich das Heks mit Decorvet nicht mehr politisch engagieren kann - zum Beispiel für den Zugang zu Wasser. Decorvet heizte die Stimmung zusätzlich an. In einem Interview der Zeitung Reformierte Presse sagte er, Nestlé sei "die beste Entwicklungsorganisation, die es gibt". Die Kritiker bezeichnete er als "eine kleine Gruppe von Kirchenleuten, die politisch extrem links sind und viel Lärm machen".

Menschenrecht auf Wasser

Zum Thema Privatisierung von Wasser versus Menschenrecht auf Wasser sagt Nestlé-Sprecher Robin Tickle gegenüber swissinfo: "Man unterscheiden zwischen Trinkwasser, das für die Grundversorgung vorgesehen ist, und Wasser, das für die Herstellung anderer Produkte benutzt wird, etwa in der Landwirtschaft, die für 70% des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich ist."

Es gebe durchaus ein Menschenrecht auf Wasser, um die täglichen menschlichen Grundbedürfnisse zu decken. "Es gibt aber kein Menschenrecht auf Wasser, das benutzt wird, um einen Golfplatz zu bewässern oder ein Auto zu waschen." Für dieses Wasser müsse es einen Marktpreis geben, damit es nicht verschwendet werde.

"Es geht nicht um allgemeine Privatisierung oder Verstaatlichung von Wasser – 97% der welweiten Wasserversorgung ist in staatlicher Hand. Es geht darum, dass das Menschenrecht auf Wasser tatsächlich umgesetzt wird und der Rest des Wassers einen angemessenen Preis hat", sagt der Nestlé-Sprecher.

Roland Decorvet, Chef von Nestlé Schweiz.
Roland Decorvet, Chef von Nestlé Schweiz.   (Nestlé)

Kirchenvertreter fordern Rücktritt

Die Kirchenbasis reagierte empört. Am Dienstag hat sich erstmals ein kantonales Kirchenparlament - die Synode der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn - mit dem Thema beschäftigt.

Der Synodalrat (Exekutive) schlug sich klar auf die Seite der Kritiker. Decorvets Wahl in den Heks-Stiftungsrat könne zu Rollenkonflikten führen, hielt er in seiner Antwort auf eine Interpellation fest. Nestlé sei ein gewinnorientiertes Unternehmen und verfolge somit nicht dieselben Ziele wie eine Entwicklungsorganisation.

Im Zusammenhang mit Nestlé kämen immer wieder Missstände zum Vorschein. So habe Nestlé in Kolumbien gegen Arbeitsrechte verstossen und in Brasilien die örtlichen Gesetze missachtet, von der Bespitzelungs-Affäre ganz zu schweigen.

In der Debatte des Berner Kirchenparlaments, für die sich 93 Vertreter ausgesprochen hatten, dominierten ebenfalls kritische Stimmen. "Wir verlangen den Rücktritt von Herrn Decorvet aus dem Stiftungsrat", sagte Irene Meier-de Spindler.

"Es geht um die Glaubwürdigkeit des Heks", mahnte ein anderer Votant. Manche drohten unverhohlen damit, das Hilfswerk nicht mehr für Spenden zu empfehlen.

Der Brief, den das Heks in diesen Tagen an Kirchenvertreter geschickt hatte, vermochte die Kritiker nicht zu besänftigen. Dass der Heks-Stiftungsrat sich veranlasst sehe, sich von Decorvets Aussagen zu distanzieren, sei ein deutliches Indiz dafür, dass er der falsche Mann sei, gibt Pfarrer Jacob Schädelin zu bedenken.

Heks nimmt Stellung

Das Hilfswerk hatte in seinem Schreiben festgehalten, die Befürchtungen der Kritiker seien unbegründet. Entwicklungszusammenarbeit könne nur effizient und nachhaltig sein, wenn benachteiligte Menschen in ihrem Kampf für Rechte unterstützt würden: "Daran ändert sich mit dem Einsitz von Roland Decorvet im Stiftungsrat absolut nichts". Heks verweist zudem auf den NPO-Code. Diese Richtlinie für Non-Profitorganisationen verlangt unter anderem, dass ein Mitglied des Stiftungsrats in den Ausstand treten müsse, wenn eine Interessenkollision bestehe.

Decorvet bedaure, dass er die Kritiker als Linksextreme bezeichnet habe, heisst es weiter. Die Bespitzelung von Aktivisten verurteile er. Im übrigen habe der Nestlé-Manager bekräftigt, dass er sich als Privatperson bei Heks engagiere. Der Heks-Stiftungsrat halte seinerseits fest, dass er einen multinationalen Konzern nicht als Entwicklungsorganisation betrachte.

Die Kontroverse um Decorvet sorgt auch unter den Mitarbeitenden des Heks für Diskussionen. Vergangene Woche erhielten sie Gelegenheit, dem Nestlé-Chef Fragen zu stellen. Einen Spendenrückgang konnte das Heks bisher nicht feststellen, wie es auf Anfrage hiess.

swissinfo und Charlotte Walser, InfoSüd

mercredi 19 novembre 2008

Wie Nestlé dem Heks das Wasser abgräbt

Wie Nestlé dem Heks das Wasser abgräbt

von Thomas Pressmann im 20 Minuten

Nestlé soll einen Gegner der Wasserprivatisierung in Brasilien bespitzelt haben. Irritierend ist dabei, dass der Chef von Nestlé Schweiz im Stiftungsrat des Heks sitzt. Denn wogegen kämpft das Hilfswerk? - Genau: Gegen die Wasserprivatisierung. Jetzt bleiben die Spenden aus.


Umstrittener Heks-Stiftungsrat: Nestlé Chef Schweiz, Roland Decorvet. (Bild: Keystone)

Eine Mitarbeiterin der Sicherheitsfirma Securitas bespitzelte offenbar während zwei Jahren Globalisierungskritiker aus dem Raum Genf. Dies geschah im Auftrag des Nahrungsmittelriesen Nestlé, wie das Westschweizer Fernsehen berichtete. 
Nun wird bekannt, dass zu den Spionage-Opfern auch der Brasilianer Franklin Frederick gehört. Er setzte sich mit der Unterstützung von reformierten Kirchen in der Schweiz für freien Wasserzugang in Brasilien ein und bekämpft somit Projekte von Nestlé, welche beabsichtigen, das Wasser von dortigen Quellen zu privatisieren und zu vermarkten.

Durch die Spionage soll Nestlé beispielsweise gewusst haben, dass der Wasseraktivist Frederick am Open Forum in Davos 2004, der Gegenveranstaltung zum WEF, teilnehmen wird, berichtet der «Tages-Anzeiger» heute. Eine Strafuntersuchung der Behörden läuft und soll bis Ende Jahr abgeschlossen werden.

Nestlé-Chef engagiert sich im christlichen Hilfswerk – geht das?

Kritik an Nestlé und dessen Führungsperson in der Schweiz, Roland Decorvet, gibt es aber nicht nur wegen der Spionageaffäre - Decorvet selbst war während der Bespitzelungen vor drei Jahren noch gar nicht in der obersten Führungsetage von Nestlé Schweiz, erst seit diesem Jahr ist er Chef. Nun wurde er aber neben seiner Tätigkeit bei Nestlé in den Stiftungsrat des evangelischen Hilfswerks Heks gewählt – unter lautem Protest.

Obwohl der Schweizerische Kirchenbund den Generaldirektor des Nahrungsmittelriesen in die Leitung des Heks wählte, können Kirchenleute diese Entscheidung nicht verstehen. «Nestlé hat in wichtigen Fragen eine der unsrigen total entgegengesetzte Meinung», sagt Andrea Kindler Broder, Pfarrerin an der Heiliggeistkirche in Bern.

Erste Spender springen ab

Gerade beim Thema Wasser: Bei vielen Projekten untergrabe Nestlé die Bemühungen der Hilfswerke und sei eher Gegner denn Partner. «Wie kann Herr Decorvet diese Doppelfunktion unter einen Hut bringen?», fragt sie und spricht das an, was viele Kirchenvertreter denken: Nestlé und Hilfswerk zusammen, das gehe nicht. Auch Dieter Sollberger, Pfarrer von Horgen ZH, kann diese Wahl nicht verstehen. «Ich bin erstaunt und irritiert». Er könne die Wahl vor seinen Kirchenmitglieder nicht vertreten, bestätigt er einen Artikel der Zeitung «Reformiert».

Ehemals treue Spender verzichten nun darauf, das Heks weiter finanziell zu unterstützen, bestätigt der Direktor des Heks, Ueli Locher, auf Anfrage von 20 MinutenOnline. Zudem habe er «zahlreiche» Gespräche mit Kirchenvertretern und Gremien führen müssen. An der Person Decorvet als Stiftungsrat will man aber festhalten.

Kritiker seien «extrem links»

Der Nestlé-Schweiz-Chef will auf Anfrage von 20 Minuten Online keine Stellung nehmen, provoziert dafür die Kirchenvertreter weiter. Seine Kritiker seien «extrem links» und machten «viel Lärm», erklärte er in einem Interview mit der Zeitung «Reformierte Presse». «Diese Verallgemeinerungen ärgern mich sehr», sagt Pia Grossholz, Vizepräsidentin der reformierten Kirchen Bern Jura Solothurn, «denn sie stimmen nicht».

Aller Kritik an ihrem Stiftungsrat zum Trotz setzt das Heks weiter auf den Nestlé-Schweiz-Chef. Man wolle aber den Dialog mit den verärgerten Spendern und Kirchenvertretern weiterführen, sagt Heks-Direktor Ueli Locher.

mardi 18 novembre 2008

Nestlé – „die beste Entwicklungsorganisation“

Nestlé – „die beste Entwicklungsorganisation“

 
Roland Decorvet
Vermisst bei den Kirchen Toleranz: Nestlé-Direktor Roland Decorvet.
„Wo bleibt die Toleranz gegenüber Industriellen?“ Das fragt der Nestlé-Direktor Roland Decorvet, der im Juni in den Stiftungsrat des Hilfswerks Heks gewählt wurde. „Gewisse Leute glauben nicht, dass auch Nestlé-Mitarbeiter Gutes tun können.“

Die reformierten Kirchen seien zunehmend tolerant gegenüber Andersgläubigen oder Homosexuellen. Aber wenn ein Nestlé-Direktor sich im Hilfswerk engagieren wolle, sperrten sie sich mit Vorurteilen dagegen, sagte Decorvet Anfang November der Reformierten Presse (RP). Die Wahl des Waadtländers, der als Missionarssohn in Afrika aufwuchs und 17 Jahre für Nestlé in Asien arbeitete, ist bei Vertretern der kirchlichen Entwicklungsarbeit auf scharfe Kritik gestossen.

„Diametraler“ Gegensatz
Sie stellen sich auf den Standpunkt, nicht Decorvets Person, aber seine Funktion als Generaldirektor von Nestlé Schweiz sei problematisch: Denn die Interessen des Nahrungsmittelmultis stünden „grundsätzlich dem Auftrag des kirchlichen Hilfswerks diametral gegenüber: Die neue Heks-Kampagne propagiert die Entwicklung ländlicher Dorfgemeinschaften – Nestlé macht Geschäfte mit der Privatisierung von Wasser“ (Zuschrift der reformierten Beauftragten für Mission und Entwicklung in der RP 45/2008).

„Milch von 150‘000 pakistanischen Bauern“
Decorvet bezeichnet Nestlé als „die beste Entwicklungsorganisation, die es gibt“. In fast allen Ländern der Welt produziere man vor Ort mit lokalen Rohstoffen. In Pakistan kaufe der Konzern Milch von 150‘000 Bauern. Das sei landwirtschaftliche Entwicklung, betont Decorvet – Nestlé habe kein Interesse daran, die Leute ärmer zu machen. „Die Regierungen und Bevölkerungen lieben uns, denn wir schaffen Arbeitsplätze und investieren ins Land.“ Die Vertreter von gewissen Nichtregierungsorganisationen hat er als unbelehrbar erlebt. „Wenn wir in einem Land die Landwirtschaft entwickeln, sind wir Böse. Wenn wir nichts machen, sind wir auch böse.“

Was ist Trinkwasser wert – ohne Preis?
In der Trinkwasser-Frage hält Roland Decorvet fest, dass jeder Mensch zu sauberem Trinkwasser Zugang haben sollte. Doch wie beim Wein gebe es auch beim Wasser verschiedene Qualitäten: „Wer etwas Spezielles haben möchte, soll dafür zahlen.“ Den Trinkwassermangel in der Dritten Welt findet auch der Nestlé-Direktor schlimm, doch die Schuld daran trügen die Regierungen. „Wir sind nicht für die Privatisierung von Wasser; das haben wir nie behauptet. Aber Wasser sollte für die Regierungen einen Preis haben.“ Der grösste Teil des in der Landwirtschaft eingesetzten Wassers versickere. Dort müsse die Beratung einsetzen.

Pfarrerssohn 

 
Pierre Bühler
Weist auf das Profitstreben von Nestlé hin: Der Zürcher Theologieprofessor Pierre Bühler.
Roland Decorvet hat mit der Familie seiner Frau in Madagaskar ein Waisenhaus aufgebaut. Sein Vater, Bruder, Grossvater, Schwiegervater und Urgrossvater waren oder sind Pfarrer. Der Kirchgänger ist nicht Pfarrer geworden, weil „Gott mit jedem ist, auch bei der Arbeit… Als Geschäftsmann kann ich genauso viel Gutes tun wie ein Arzt, ein Schreiner oder ein Metzger.“ Er sei bereit, zwölf Tage jährlich für das Heks einzusetzen. Nestlé wie das Hilfswerk hätten die gleichen Werte: sie wollten beide die Armut bekämpfen – einfach nicht mit denselben Mitteln.

Unverständnis und Empörung
Der Zürcher Theologieprofessor Pierre Bühler nimmt in einem Offenen Brief Decorvet (RP 46) wegen seines pauschalen Urteils über seine Kritiker aufs Korn. Er erwähnt das Profitstreben des Nestlé-Konzerns – von gleichen Zielen könne da nicht die Rede sein. Der Vergleich von Wasser mit Wein klinge ihm wie blanker Hohn in den Ohren. Gewinn mit der Privatisierung des Wassers (Nestlé) könne nicht angestrebt werden, wenn Wasser als öffentliches Gut verteidigt werde (Heks).

Wenn Decorvet seinen Konzern als die „beste Entwicklungsorganisation“ hinstelle, sei das eine Provokation, schreibt Pierre Bühler. Er wünscht sich von Decorvet mehr Problembewusstsein: „dass Ihnen gewisse Spannungen (in Nestlés Geschäften) durchaus Sorge machen“.

Quelle: Livenet / Reformierte Presse